Facepalm auf Griechisch

SPD Arheilgen: „Stadt missachtet erneut Bürgerwillen“

21. Juni 2021

Ein Einzelhandelskonzept mit ALDI-2 im Ortskern ist inakzeptabel – Stadtparlament stimmt am Donnerstag über städtisches Einzelhandelskonzept ab

In der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung legt der Magistrat das neue Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Darmstadt zum Beschluss vor. Darin geht es auch um eine Bestandsaufnahme und Zielperspektive für den Einzelhandel in verschiedenen Stadtteilen.

Die Arheilger SPD kritisiert, dass das Konzept auch den umstrittenen ALDI-Markt im Arheilger Ortskern beinhaltet. In dieser Form sei das Einzelhandelskonzept für Arheilgen inakzeptabel und dürfe so nicht beschlossen werden. Schließlich steht auch der endgültige Beschluss zum Bau des Discounters weiterhin aus. Die Koalition aus Grünen und CDU hatte ihre Mehrheit für das Projekt zuletzt verloren.

Die SPD fordert weiterhin den endgültigen Stopp der ALDI-Pläne und einen Neustart für die Weiterentwicklung des Ortskerns. Mögliche Anpassungen der Baupläne nach Gesprächen mit ALDI, die Oberbürgermeister Jochen Partsch im jüngsten Stadtteilforum vage angedeutet hatte, hält der Arheilger SPD-Vorsitzende Hanno Benz für „Augenwischerei“. „Der Oberbürgermeister zeigt durch das Festschreiben der Pläne im Einzelhandelskonzept sehr deutlich, dass ihm die breite Ablehnung des Projekts im Stadtteil weiterhin völlig gleichgültig ist. Dabei fehlt es auch an Einsicht, Pläne für eine völlig fehlgeleitete Stadtteilentwicklung noch rechtzeitig zu korrigieren“, so Benz.

Aus der Bestandsanalyse für die Arheilger Nahversorgung im vorliegenden Konzept geht hervor, dass vor allem der Osten Arheilgens unterversorgt ist. Knapp 4700 Arheilger verfügen hier über kein umfassendes fußläufiges Angebot. Gleichzeitig wird die vielseitige bestehende Einzelhandelsstruktur im Zentrum gelobt. „Diese Analyse ist völlig richtig“, erklärt der Arheilger SPD-Stadtverordnete Tim Sackreuther. „Kurios ist aber, dass grade daraus die Notwendigkeit eines Discounters im Zentrum folgen soll.“ Es gelinge dem Magistrat seit Beginn der Planungen nicht, den Sinn und tatsächlichen Mehrwert des Projekts zu erklären. Dies setzt sich für Sackreuther nun auch im Einzelhandelskonzept fort. „Die Weigerung, sich an den Realitäten von Angebot und Bedarf zu orientieren, ist ein Ärgernis und völlig unverständlich“, so der Stadtverordnete.

Angebracht sei die Entwicklung von Konzepten für die unterversorgten Bereiche des Stadtteils. Keine Rolle spiele leider auch das Fehlen eines Getränkemarkts in Arheilgen. „Der einzige Arheilger Getränkemarkt wurde bekanntermaßen ausgerechnet an der Stelle geschlossen, wo nun der überflüssige ALDI-Discounter entstehen soll“, erinnert Sackreuther. Auch dieser Umstand verdeutliche ein Stück Absurdität der grünen Einzelhandelsplanung für Arheilgen.