Kinder Mädchen Bleistift

SPD-Forderung nach fünf neuen Grundschulen von CDU-Minister bewilligt

17. März 2021

SPD-Fraktion begrüßt die Entscheidung des Kultusministers, Darmstadt schulisch aufzurüsten

Es gibt so Tage, an denen morgens schon Paukenschläge warten. Rückblickend wird man vielleicht später mal sagen, dass der 16. März 2021 genau so ein Tag war. Denn dieser Tag brachte eine der wegweisendsten Entscheidungen für viele ganz junge Menschen in den nächsten Jahren: der Bau von fünf neuen Grundschulen, die in Darmstadt dringend benötigt werden, kann in Angriff genommen werden.

Endlich! Nach monatelangem Ringen nimmt die SPD-Fraktion sehr freudig zur Kenntnis, dass nun doch der offizielle Startschuss für den Bau von fünf neuen Grundschule gefallen ist.

Wie dem Echo Artikel mit der Überschrift „Minister genehmigt fünf neue Grundschulen“ vom 16. März zu entnehmen ist, hat Kultusminister Lorz die Dringlichkeit für den Bau von fünf neuen Grundschulen festgestellt. Ob bewusst oder unbewusst kommt Lorz genau zu der selben Erkenntnis, wie auch die SPD-Fraktion schon vor Monaten und die die Sozialdemokraten zu einer ihrer zentralsten Forderung im Kommunalwahlprogramm 2021 machten: Eben dass es dringend fünf neuen Grundschulen in Darmstadt braucht.

„Ich freue mich riesig, dass kurz vor meinem offiziellen Ausscheiden aus der Stadtverordnetenversammlung diese erfreuliche und wegweisende Meldung kommt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass unsere konstante Forderung endlich erhört wurde und wir Planungssicherheit für Schulleitungen, Eltern, aber vor allem für die Jüngsten in unserer Gesellschaft haben. Allerdings hat diese Meldung auch einen süffisanten Beigeschmack, da die Entscheidung erst nach der Kommunalwahl von dem konservativen Lager verkündet worden ist. Wäre die Entscheidung davor verkündet worden, hätte man uns ja im Wahlkampf Recht geben müssen“, kommentiert  Klaus Uebe, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, die Nachricht aus Wiesbaden.

Jedoch überwiegt innerhalb der SPD-Fraktion die Freude, da diese Meldung auch in sich eine Überraschung parat hielt: Bis gestern ist die aktuelle SPD-Stadtverordnetenfraktion davon ausgegangen, dass der aktuelle Schuldezernent an seinem Bestreben festhält, zukünftig weniger Grundschulen zu benötigen. Dabei liegen die Zahlen auf der Hand: Darmstadt wird bis 2030 um circa elf Prozent wachsen. Seit 2016 ist die Zahl der Geburten kontinuierlich um rund 250 Kinder angestiegen, weitere 50 ziehen jedes Jahr zusätzlich nach Darmstadt. 2013 waren es noch 4.942 Grundschüler*innen, 2018 bereits 5.421. Für 2024 ist die Zahl mit 6.692 prognostiziert. „So belegen die eben aufgeführten Zahlen, dass der Bedarf an Grundschulen dringend benötigt wird. Jedoch rennt die Zeit!“, sagt der SPD-Stadtverordnete Tobias Reis, Mitglied im Schulausschuss.

Aktuell befindet sich ausschließlich die Luise-Büchner-Schule in der Lincoln Siedlung im Bau. Zudem wird nach einem geeigneten Bauplatz in dem Areal rund um die Albert-Schweitzer-Anlage gerade erst gesucht. Für alle weiteren Standorte sind die Bauplätze noch nicht mal in Sicht. Gerade durch die noch nicht feststehenden Bauplätze entwickelt sich nach Ansicht der SPD-Fraktion nun schon eine gewisse Drucksituation.

„In unseren Augen hat der Schuldezernent den Ernst der Lage zu spät erkannt. Wir müssen jetzt alle Kräfte mobilisieren, um geeignete und vor allem verfügbare Grundstücke zu finden, wo auch Grundschulen entstehen können, um alle folgenden baulichen Verfahren rechtzeitig abwickeln zu können. Dabei muss man zudem bedenken, dass die neuen Grundschulen auch Schulleitungen und Lehrkräfte benötigen, die ebenfalls in Hessen sehr rar sind“, betont Reis.

Aber auch abseits der Grundschulproblematik gibt es noch weitere schulpolitische Herausforderungen, die angegangen werden müssen. „Sowohl der Berufsschulentwicklungsplan, als auch der Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufe haben etliche Jahre Verspätung. Ähnlich wie bei den Grundschulen holten uns diese Versäumnisse allerspätestens jetzt ein. Auch hierbei lässt sich bereits erkennen, dass wir ausbauen müssen, da die Zahl der Schülerinnen und Schülern deutlich steigt und neue Bauplätze dringendst benötigt werden“, sagt Tobias Reis abschließend.