Kinder Mädchen Bleistift

Den Wandel sozial gestalten: Bildung & Kultur

9. März 2021

Dies ist ein Ausschnitt aus unserem Magazin, welches du hier komplett lesen kannst.

Neu in Darmstadt: Schulpolitik.

Das Fundament unserer Gesellschaft wird in der Schule gelegt. Für uns gilt deshalb: Unsere Schulen müssen alle Kinder gleichermaßen einbeziehen, fördern und auf ein Leben voller Herausforderungen vorbereiten. Viele Menschen spüren heute, dass unsere Schulen diese Aufgaben nicht richtig erfüllen (können). Fehlende Digitalisierung, zu volle Klassen und fehlende individuelle Förderung sorgen in unseren Schulen dafür, dass der Erfolg der Kinder immer noch stark von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft abhängt. Als Stadt können wir nicht alle Probleme unseres Schulsystems lösen, aber der politische Spielraum ist viel größer, als er unter der aktuellen Stadtregierung erscheint. Wir wollen der Bildungspolitik in Darmstadt neuen Schwung verleihen und damit den Schulalltag der Kinder, den Arbeitsalltag der Lehrenden und das Leben aller Familien verbessern.

Unsere Schullandschaft
für die Zukunft vorbereiten

Darmstadt wächst immer weiter – auch in den Grundschulen. Während 2013 noch fast 5.000 Kinder die Grundschulen besuchten, waren es 2018 bereits etwas über 5.400. Für 2024 wird mit einer Zahl von über 6.600 Grundschulkindern gerechnet. Wir wissen, dass diese Kinder bald eingeschult werden. Leider wird bis heute nicht reagiert. Das sorgt dafür, dass unsere Kinder in wenigen Jahren in provisorischen Containerbauten unterrichtet werden. Deshalb werden wir den Bau von fünf neuen Grundschulen bis 2025 mit Priorität verfolgen und die Grundschullandschaft für die Zukunft vorbereiten.

Der zukünftig höhere Bedarf an Schulplätzen wird zeitversetzt auch an den weiterführenden Schulen ankommen. Die SPD wird darauf mit der Planung für den Bau von zwei neuen weiterführenden Schulen reagieren. Die bestehende Vielfalt an Oberstufenangeboten wollen wir gleichzeitig stärken. An mindestens einer der neuen Schulen soll eine gymnasiale Oberstufe entstehen.

Viele der gezeigten Schwächen wären mit einer professionellen Schulentwicklungsplanung vermeidbar gewesen. Die aktuelle Darmstädter Schulpolitik zeigt sich nirgendwo deutlicher als bei der Schulentwicklungsplanung: Gesetzlich ist eine Fortschreibung des Schulentwicklungsplans alle fünf Jahre vorgesehen. Der „aktuelle“ Schulentwicklungsplan für Darmstadt stammt jedoch aus dem Jahr 2010. Damit wir den Wandel frühzeitig gestalten können, brauchen wir eine bessere Entscheidungsgrundlage und deshalb einen neuen Schulentwicklungsplan.

Bunter Alltag für Kinder,
flexible Planung für Eltern

Das Halbtagssystem der Schule passt nicht mehr in die Lebensrealität vieler Familien. Wir wollen seit vielen Jahrzehnten die Schaffung neuer Ganztagsschulen mit einem bunten Alltag aus klassischem Unterricht und spielerischen Bildungsangeboten. Durch solch ein Angebot können wir nicht nur den Kindern mehr Zeit und Raum für die Entfaltung ihrer Interessen, Begabungen und Ideen geben, sondern auch Eltern ermöglichen, den Tag flexibler zu gestalten. Die Schaffung echter Ganztagsschulen werden wir vorantreiben, bis dahin aber alle Horte erhalten.

Die Aufholjagd müssen wir jetzt starten –
Digitalisierung vorantreiben

Beim Gang auf den Schulhof bekommt man das Gefühl, die moderne Gesellschaft zu verlassen. In der Corona-Pandemie ist uns vor Augen geführt worden, wie wenig wir unsere Schulen auf die Digitalisierung vorbereitet haben. Wir müssen aufholen – und diese Aufholjagd muss jetzt starten.

Die IT-Ausstattung an Schulen ist mangelhaft. Bestehende Infrastruktur veraltet. Wir dürfen die Schulen nicht länger alleine lassen. Wir werden eine durch die Stadt gesteuerte Digitalisierungsoffensive starten. Deshalb machen wir es zu unserer Aufgabe, WLAN in allen Bildungseinrichtungen zu installieren, zu warten und zu betreiben. Klassenzimmer werden wir für die digitale Lehre ausstatten und notwendige Softwarelizenzen für Lehrende und Lernende bereitstellen. Wir wollen den Aufbau von Lernplattformen zur Zusammenarbeit und zum Informationsaustausch, wie sie in Universitäten seit Jahren existieren, vorantreiben. Diese Vorhaben müssen durch einen, professionellen IT-Support getragen werden, der Schulen technologisch berät und Ansprechpartner*innen bereitstellt.

Schulen müssen unsere Kinder auf die heutige digitale Welt vorbereiten. Die Anforderungen an die Kinder sind gewachsen, sich kritisch und reflektiert mit Informationen im Internet auseinanderzusetzen. Deshalb werden wir Schulen bei der (Weiter-)Entwicklung pädagogischer Medienkonzepte unterstützen und setzen dabei auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen.

Die Corona-Krise hat schonungslos offenbart, dass die Lernbedingungen beim Distanzunterricht noch ungerechter sind als im Präsenzunterricht. Aber auch im Regelbetrieb braucht es eine angemessene digitale Ausstattung. Daher werden wir dafür sorgen, dass alle Schüler*innen Zugang zu digitalen Endgeräten haben.

Berufsschulen

Die Vielfältigkeit der beruflichen Schullandschaft hat in Darmstadt Tradition. Statt über Fachkräftemangel zu klagen, müssten berufliche Schulen mit den für die jeweiligen Ausbildungsgänge nötigen Räumen und Lernmitteln ausgestattet werden. Nach der Sanierung des Berufsschulzentrums Nord muss nun das marode Berufsschulzentrum Mitte Priorität haben. Dazu wollen wir mit den Schulleitungen und Personalräten die Bedarfe an Räumen und Materialien ermitteln.

Der aktuelle Berufsschulentwicklungsplan stammt aus dem Jahr 2007 und ist seit 2013 überfällig. Um Planungssicherheit für berufliche Schulen wiederherzustellen ist ein neuer dringend notwendig.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Sende uns gerne eine E-Mail an: bildung@spd-darmstadt.de

Kultur

Das Leben braucht Kultur.
Ohne Kultur ist alles nichts.

Kultur ist keine freiwillige Leistung, die man sich nur bei vollen Kassen leistet. Kultur gehört in jedes Leben. Die Darmstädter Theater, Konzerthäuser und Museen, aber auch die freie Szene ermöglichen das Erleben von Kunst und Kultur in allen Erscheinungsformen.

Da Kunst und Kultur allen zugutekommen soll, müssen die aktuellen Kulturförderrichtlinien untersucht werden. Zentral ist dabei, wer bisher erreicht und wer vernachlässigt wird. Im Anschluss werden wir die Kulturförderrichtlinien anpassen. Im Zuge dessen werden auch Bestimmungen zu guter Arbeit in Kunst und Kultur berücksichtigt.

Das Staatstheater Darmstadt muss als Vierspartenhaus erhalten bleiben. Das hervorragende Bühnenprogramm und Orchester spielen für Darmstadt eine zentrale Rolle. Dazu muss es solide aus öffentlichen Mitteln gefördert und finanziert bleiben, um Eigenverantwortung und Planungssicherheit zu erhalten.

Die Bewerbung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe ist zu begleiten und weiterzuentwickeln, damit die weltweit bedeutende Rolle Darmstadts für den Jugendstil bekannt und unterstützt wird.

Das Landesmuseum ist nach seiner Neueröffnung als Universalmuseum Südhessens wieder sichtbar. Mit 200jähriger Tradition und einmaligem Bestand ist es zentraler Teil unserer Kulturstadt. Damit das gelingt, muss die Stadt das Landesmuseum besser bei der Standortplanung für ein neues Depot unterstützen.

Die Kultur lebt auch durch viele Kreative und eine freie Szene. Mit dem Projekt PaMo im Pallaswiesen- und Mornewegviertel bietet sich eine Chance, einen Stadtteil zum Kreativviertel für junge Kunst-, Design- und Kulturschaffende zu entwickeln. Wir wollen hier das Depot der städtischen Kunstsammlung und des Stadtarchivs bauen, um damit einen Ort der Kommunikation über und mit Kunst zu schaffen. Zusätzlich muss ein Zentrum der Kreativwirtschaft entstehen, das, ähnlich wie das Institut für Neue Medien in Frankfurt, Ideen aufgreift und Zusammenarbeit ermöglicht.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Sende uns gerne eine E-Mail an: kultur@spd-darmstadt.de