Der Platz ist knapp an Arheilgens Grundschulen und das schon seit einigen Jahren. „Die Zahl der Grundschulkinder im Stadtteil steigt seit geraumer Zeit. Grade die Astrid-Lindgren-Schule bewegt sich räumlich und was die Klassengrößen angeht an den Grenzen ihrer Kapazitäten. Das führt zu Belastungen und stellt die pädagogische Arbeit vor enorme Herausforderungen“, erklärt der Arheilger SPD-Vorsitzende Tim Sackreuther. „Nach allen uns bekannten Zahlen und Berichten halten wir es für zwingend erforderlich, die Kapazitäten im Grundschulbereich für Arheilgen zu erhöhen, um der städtischen Verantwortung als Schulträger gerecht zu werden“, so Sackreuther weiter. Mit dem Rechtsanspruch auf Betreuung wird sich zudem auch der Raumbedarf am Nachmittag weiter erhöhen.
Das Problem aber ist auch: Es handelt sich um keine neue Erkenntnis. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung mit vielen jungen Familien ist sie außerdem nicht überraschend. „Auch die Zahlen sind allen Verantwortlichen lange bekannt. Wir müssten schon viel weiter sein“, ergänzt die SPD-Stadtverordnete Jutta Prochaska. In der Tat wurde sogar 2019 im letzten Schulentwicklungsplan der Bedarf einer weiteren Schule im Stadtteil festgeschrieben. Als konkret erforderliche Maßnahme ist dort die „organisatorische und bauliche Errichtung einer neuen Grundschule (2-3 zügig) in Arheilgen im heutigen Grundschulbezirk der Astrid-Lindgren-Schule zum Schuljahr 2025/26“ genannt. Der Schulentwicklungsplan war 2019 in der Stadtverordnetenversammlung parteiübergreifend im Einvernehmen beschlossen worden.
„Heute müssen wir feststellen, dass diese Maßnahme entgegen der dringenden Empfehlung im Schulentwicklungsplan nicht stattgefunden hat und viel Zeit verloren wurde. Im Sinne der damaligen Beschlüsse und Empfehlungen hätten wir in den letzten Sommerferien nämlich eine neue Schule eingeweiht“, merkt Sackreuther an. „Die Lage an unseren bestehenden Schulen wäre dann deutlich entspannter.“ Die SPD hatte 2017 erstmals eine weitere Grundschule für den Stadtteil gefordert und auch mehrfach Planungsmittel in Haushaltsberatungen beantragt.
Auf der Podiumsdiskussion der IGAB erklärten die Koalitionsparteien Grüne, CDU und Volt jüngst, erst weitere Zahlen der Bevölkerungsentwicklung für Arheilgen abwarten zu wollen, um Bedarfe konkret zu ermitteln. „Wir fragen uns: Wozu haben wir sie vor sieben Jahren ermitteln lassen und wieso ist nichts daraus gefolgt? Die Koalition hat die Empfehlungen der letzten Schulentwicklungsplanung nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ ignoriert“, kritisiert Sackreuther. „Sollte sich die Prognose überraschend ändern und die aktuellen Grundschulkapazitäten langfristig ausreichen, hätten wir mehr Glück als Verstand“, findet Jutta Prochaska und ergänzt: „Aktuell müssen wir feststellen: Schuldezernent Klötzner (Volt) hat seine Hausaufgaben in Arheilgen nicht erledigt.“ Die SPD Arheilgen fordert daher dringend Klarheit, wann und wie im Bereich der Grundschulen konkret Entlastungen geschaffen werden können. „Wir glauben nach wie vor: Mit einer neuen Grundschule, deren Planung wir dringend beginnen sollten“, so Tim Sackreuther abschließend.