Kein Fackelmarsch in Darmstadt – Weder zum „Brandnachtgedenken“ noch an einem anderen Tag

Wer am Jahrestag der Darmstädter Brandnacht mit Fackeln durch die Stadt ziehen will, hat aus der Geschichte nichts gelernt.

Es ist dieselbe rechtsextreme Ideologie, die Ausgangspunkt für die fast vollständige Zerstörung unserer Stadt im Jahr 1944 war und die heute die Opfer instrumentalisiert.

„Als SPD rufen wir dazu auf, sich an den zahlreichen Gedenkveranstaltungen zu beteiligen und am Donnerstagabend ein klares Zeichen gegen die rechtsextremistische Vereinnahmung unserer Erinnerungskultur zu setzen!“, so Bijan Kaffenberger, Vorsitzender der SPD Darmstadt.

Besonders bezeichnend ist die Wahl des Aufmarschortes der Rechten: Im Kollegiengebäude des heutigen Regierungspräsidiums befand sich bis zur Machtübernahme der Nazis das hessische Innenministerium.

Wilhelm Leuschner – Gewerkschafter, Sozialdemokrat und Widerstandskämpfer – war dort der letzte Innenminister einer demokratischen Regierung in Hessen und hat die Nazis bis zu seiner Hinrichtung im NS-Strafgefängnis bekämpft.

Enden soll der Marsch am Kapellenplatz, wo sich das Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs befindet. Die SPD und Oberbürgermeister Benz sind sich einig:

„Wir sind es allen Opfern des Nationalsozialismus und der Brandnacht aber auch der Bevölkerung unserer Stadt schuldig, uns mit aller Kraft gegen Rechtsextreme einzusetzen. Wir überlassen Nazis nicht den öffentlichen Raum!“, so Kaffenberger weiter.